Eslarns (geheime) Städtebau-Planungen!

Eslarns geheimes Neubaugebiet

Bereits vor knapp 20 Jahren sollen die landwirtschaftlichen Flächen südlich der Balkstrasse als Neubaugebiet eingetragen gewesen sein. Diverse Unwägbarkeiten – man wollte wohl mutmassliche Leerstände am Tillyplatz abwarten – zwangen dazu, diese Flächen wieder als landwirtschaftliche Flächen einzuplanen. Nun scheint aber die Zeit gekommen zu sein, hier eine Neubebauung ins Auge zu fassen. Zwar wurden die ISEK-Planungen, welche sich demzufolge bereits seit mindestens 10 Jahren aktualisiert in manchen Schubladen befinden dürften, immer noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt, doch zwischen dem 13. und dem 15. März ist den Planungen wohl bereits die erste Tanne beim ehem. Lkw-Unterstand des vormaligen Speditionsbetriebes Adam Wildenauer zum Opfer gefallen. Dort wo sich auf der Karte der grüne Pfeil befindet, stand die im unteren Bild bereits gefällte, mittlerweile aber längst abtransportierte Tanne.

Man könnte natürlich auch BürgerInnen-Beteiligung betreiben, in etwa so wie die Nachbargemeinde 92726 Waidhaus unter http://www.waidhaus.de [Direktlink – Städtebau] aufzeigt. Dazu aber müsste man u. E. jedweder Grundstücksspekulation von vorneherein „Adieu“ sagen, was bisherigen Feststellungen zufolge für Eslarn nahezu unmöglich scheint. Wäre das ISEK also schon „im Laufen“, dann würde eine sog. „Veränderungssperre“ greifen, welche jedwedes grössere Bauvorhaben den öffentlichen ISEK-Planungen unterstellen würde. Ohne ISEK jedoch kann man noch erledigen, was zu einem späteren Zeitpunkt sehr viel Geld briingen kann.

Update 21.03.2012: Fraglich ist nur, ob so etwas wie wir gerade erleben können, überhaupt zulässig ist. Im Rahmen des Städtebaus ist nämlich regelmässig hinreichend Vorsorge zu treffen, dass niemandem in besonderer Weise ein Einzelvorteil erwächst. Die wäre hier, bei diesen unseren neuesten Informationen zufolge bereits Mitte der 1980er Jahre einmal als Neubaugebiet ausgewiesenen landwirtschaftlichen Flächen durchaus der Fall. Solche Veränderungen müssten im Rahmen der Realisierung des ISEK (kurz: Städtebau-Konzeptes) geldwert vom Nutzniesser an die Gemeinde zurückfliessen, denn ohne diese Städtebau-Planungen, die u. W.  bereits in den Anfang der 1990er Jahre zurückzudatieren sind, könnte dort kein ins Konzept eingepasstes Neubaugebiet entstehen. Verstanden? Wenn nicht, dann einfach mal bei der Gemeindeverwaltung nachfragen, denn letztlich wird dieser Mehrwert – so das Neubaugebiet so wie uns „unter der Hand mitgeteilt“ entstehen soll – allen BürgerInnen indirekt eine Menge Geld kosten.

Update 11.05.2012: „Kanalsanierung und Beseitigung der Oberflächenwasser-Problematik“ rund um den Schellenbach

Die in der Überschrift genannte Thematik ist sehr aktuell, und man darf sich etwas wundern, ob vielleicht nur deshalb mit der Bekanntgabe des ISEK abgewartet wird. Schliesslich würde eine sofortige Ausweisung des bereits vor 20 Jahren geplanten Neubaugebietes möglicherweise dafür sorgen, dass auch die Eigentümer der jeweiligen Parzellen deren Scherflein zur Kanalsanierung und Beseitigung der Oberflächenwasser-Problematik beizutragen hätten. Solange hier noch nicht ausgewiesen ist – dies wird wohl noch vor Bekanntgabe des ISEK kommen, um auch hier keine überhöhten Kosten (Wertsteigerungsersatz gem. BauGB) besorgen zu müssen – ist die Kanalsanierung u. E. vollends von den derzeitigen Anliegern zu tragen.

Update – 21. Juni 2012 Kommendes Neubaugebiet im Bereich des ehem. Bahnhofs

Wie die meisten EslarnerInnen mittlerweile festgestellt haben dürften, ist auch der Bereich des ehem. Bahnhofs in die Voruntersuchungen zum ISEK eingestellt worden. Falls Sie es noch nicht wissen, können Sie dies an der Amtstafel nachlesen, dort hängen die Informationen seit 14.10.2011 aus. Auch hier könnte man durchaus einige Millionen Euro dazuverdienen und Fördermittel erhalten, wenn man auch das ehem. Abfertigungsgebäude in das Eigentum der Marktgemeinde zurückführen könnte. Damit dürfte es sich u. E. auch bei diesem Gebäude um ein sog. „Filetstück“ handeln.

 

Update – 04.09.2012

Bayerische Verfassung

Artikel 161 Bodenverteilung; Nutzung des Wertzuwachses von Grund und Boden

(1) Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen überwacht. Missbräuche sind abzustellen.
(2) Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen.

Update – 16.06.2015

Links und rechts der Schellenbachstrasse sollen bislang unbestätigten Meldungen zufolge die Grundstücke (immer noch) der Kath. Kirche gehören. Hier ist dann natürlich denkbar, dass man sich auf dem Gelände nahe der Balkstrasse gerne zur künftigen Erschliessung restituierten Gebietes in Tschechien eine Rettungswache gewünscht hätte. Ein „Pflege- und Gesundheitszentrum“ für welches Anfang 2012 bei der Eslarner Marktgemeindeverwaltung eine Bauvoranfrage eingereicht wurde (Anm.: Siehe Mitschrift aus den öffentlichen Teilen der Gemeinderatssitzungen von Anfang 2012 (> http://www.scribd.com/zach5618) hätte dies grds. so darstellen können.

[mwz]

Ein Kommentar zu “Eslarns (geheime) Städtebau-Planungen!

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