„Die Lüge ist Anti-Aufklärung“

Brights - Die Natur des Zweifels

„Allet Lügen“: Alltagspoesie auf einer Hauswand in Berlin (dpa/Wolfram Steinberg)

Wer lügt, braucht Fantasie? Nicht unbedingt, meint die Philosophin Bettina Stangneth. Vielmehr muss er wissen, woran sein Gegenüber Glaubwürdigkeit festmacht. In ihrem neuen Buch „Lügen lesen“ entwirft sie eine Philosophie der Lüge.

Bettina Stangneth im Gespräch mit Simone Miller | Deutschlandfunk Kultur

Wer lügt, setzt Indizien der Glaubwürdigkeit strategisch ein. Das meint die Philosophin Bettina Stangneth. Wer sich bewusst als unglaubwürdig verkaufe, könne sogar die Wahrheit als Lüge präsentieren, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Das sei etwa wichtigen Funktionären des Nationalsozialismus gelungen. Wer hingegen als glaubwürdig gelesen werde, dem würde man auch eine manipulative Darstellung der Wirklichkeit abnehmen. Die Lüge sei deshalb nur in ihrer dialogischen Struktur richtig zu verstehen, so Stangneth.

Die übersehene Verantwortung der Leichtgläubigen

Wir sparen den Anteil des Gläubigen am Erfolg der Lüge gern aus, so Stangneths These. Dabei gebe es auch eine wichtige Verantwortung des Zuhörens…

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