Gefährlichkeiten

Sylvia Kling - Literatur

Gefährlichkeiten

Was bin ich vor Tieren weggerannt,
so jeder Verwandte mich gekannt,
war es eine Kröte, jeglich Insekt,
was kroch, was schlich, ward ausgestreckt,

ICH hatte Angst und einmal war:
Mir nach lief eine Kückenschar,
man dorfesweit mein Zetern hörte,
so laut, dass es die Nachbarn störte,

bis meine Mutter mich erlöste,
mit mir geschwind vom Hofe döste
und mir erklärte: «Die Babys sind von der Henne,
vom Opa Franz», die ich doch kenne,

«die legen mal dein Frühstücksei!»
Ha! Das war MIR doch einerlei!
Kreischende Küken rannten mir hinterher,
das war unmenschlicher Verkehr.

Egal, ob Hund, ob Katze,
ob zarte Pfötchchen oder Tatze,
das Tier schien mir, ob groß, ob klein,
ein Ungeheuer nur zu sein.

Längst entschlüpft der Kinderhaut,
von Tieren wurd ich nie verSAUt.
Inzwischen wurd mir – eiskalt – klar:
NICHT Tier – der Mensch ist die Gefahr!

©Sylvia Kling

Drum liebe bloß die Tiere mehr,

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