Über Angst

Jede Zeit hat ihre Vokabel, in der sich die jüngste Mentalität ballt, ihren Grundbegriff, der die Jetzt-Stimmung fasst, ihre Denkfigur, die gehegt und gepflegt wird wie ein Tomatensträuchlein. Die Künstler des im öden Chic der Jahrhundertwende erstarrten Wien hatten vor 1914 ihren Ennui. Die 68er fanden im Tumult zusammen, in der grobianischen Lust, die Gesellschaft in Unordnung (heißt: zum Schwingen) zu bringen. Unausweichlich drängt sich die Frage auf: Was ist der Hashtag unserer Tage?

Auch ohne die redaktionelle Nötigung, im Titel alles verraten zu müssen, hätten die meisten die Antwort erraten. Wir reden von der Angst, die von A wie Arbeitslosigkeit über Big Data, Faschismus, Globalisierung, Klima, Migration, Überwachung bis hin zu T wie Totalitarismus reicht. Es ist eine Denkbewegung, die dem ganzen Alphabet eine Schelle gibt, getrieben von einem generellen Verdruss, der zuletzt in der Angst vor Z wie Zukunft mündet. Wie darauf reagieren? Mit der Vogel-Strauß-Methode? Kopf…

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