Rezension: Rolf Marti – Gopferteli (2017)

Ein Achtel Lorbeerblatt

Von Markus Heiniger

«Gopferteli, hesch geng d Wehli» (Gott verdamm mich, hast immer die Wahl, oder besser gesagt, dauernd musst du dich entscheiden, verdammt nochmal!). «Dialekt kommt dem Reim entgegen», hat Sebastian Krämer einmal nachdenklich kommentiert, als ich ihm ein Lied von Mani Matter auf meinem alten Plattenspieler vorgespielt hatte.

Und eigentlich ist er ja auch genau da geklaut, Martis Reim: Bei Mani Matters «Alpenflug». Da geht dem Piloten nämlich der Treibstoff aus, und der Passagier, der hinter ihm sitzt, merkt es. Als er es dem Piloten sagen will, versteht dieser es nicht. Irgendwann rastet der Passagier aus und brüllt in den Motorenlärm hinein: «Gopferteli, mir hei nid d Wehli, warum landisch nid sofort!?» (Warum landest du nicht sofort?)

Rolf Marti nun beklagt sich allerdings ganz im Gegenteil, dass wir heute dauernd die Wahl haben, in jeder Lebenssituation. Und weil er ein echter Berner Troubadour ist, kommt es in seinem…

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