Sag mal, wo ist das C denn hin?

Brights - Die Natur des Zweifels

Angela Merkel ermöglichte die Ehe für alle. Das freut liberale Protestanten und macht fromme Katholiken depressiv. Doch von denen scheint die CDU eh nichts mehr zu erwarten. Die Geschichte einer Trennung

Von Raoul Löbbert | ZEIT ONLINE

Nun ist es offiziell. CDU und Katholizismus sind geschieden. Ihre Beziehung ist zerrüttet, der Bund für die Ewigkeit zerbrochen. Gekriselt hat es oft. Schon Helmut Kohl machte Adenauers C-Partei mit stark katholischer Schlagseite zur modernen ökumenischen Volksvertretung und schlachtete aus Sicht der Kirchen reihenweise heilige Christenkühe. Als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz löste Kohl die Konfessionsschulen auf. In seine Kanzlerschaft fallen die Abschaffung des Buß- und Bettags, die Streichung des sogenannten Schwulen-Paragrafen 175 sowie das Ende der Strafbarkeit bei Abtreibung.

Doch auch wenn der ehemalige Kölner Kardinal Meisner regelmäßig giftete, die CDU möge ihr C an der Garderobe abgeben, war der Zwist nie von Dauer und die konservativ-katholische Welt unter Kohl scheinbar in Ordnung. Und…

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