Rezension: Falk – Skizzen (2017)

Ein Achtel Lorbeerblatt

falkvon David Wonschewski

Bissig-böse Künstler stehen nicht selten vor einem diffizilen Problem. Denn hast du erst einmal ein Publikum gefunden, das auf deinen menschenverachtenden Zynikerton nicht nur abfährt, sondern sich auch darauf verlässt, so bist du verraten und verloren. Hat die Fanschar erst einmal Geschmack gefunden an deinem misanthropischem Sarkasmus, so erwartet sie stete Steigerungen des ewiggleichen Pointen-Brechreizes. Sanfte Zwischentöne, nachdenkliche Sequenzen: selten erwünscht, bestenfalls geduldet.

Im Grunde nichts anderes als das altbekannte Helge Schneider-Phänomen, für dessen Jazzqualitäten sich auch nur eine Minderheit seines Publikums interessiert. Herrlich absurd soll er sein, was über die Jahre bekanntlich derart groteske Züge angenommen hat, das das Publikum selbst dann lacht, wenn Schneider einen lapidaren Allerweltssatz brabbelt.

Nun wäre es natürlich fehlplatziert die Mühlheimer Herrentortenlegende auch nur im Ansatz mit dem Wuppertaler Frühspund Falk zu vergleichen. Und doch ist nicht zu verhehlen, dass auch Letzterem in jungen Karrierejahren etwas Unvergleichliches gelungen ist: in einer an Sarkasmus…

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