«CERN des Nahen Ostens» : Wo Israeli und Palästinenser gemeinsam forschen

Brights - Die Natur des Zweifels

Die Sesame-Anlage soll Wissenschaftern aus dem Nahen Osten einen Raum bieten, um abseits der politischen Animositäten zu kooperieren (im Bild das CERN in Genf).(Bild: Keystone)

Es ist ein seltenes Zeichen der Eintracht: Heute wird in Jordanien der erste Teilchenbeschleuniger des Nahen Ostens eröffnet. Er bringt Wissenschafter aus Ländern zusammen, die seit langem zerstritten sind.

Von Fabian Urech | Neue Zürcher Zeitung

Als das Projekt Ende der 90er-Jahren lanciert wurde, mutete es angesichts der zerstrittenen Teilnehmer wie ein tollkühnes, aber zum Scheitern verurteiltes Unterfangen an. Gemeinsam sollten Israel, Palästina, Jordanien, Ägypten, Iran, Türkei, Pakistan, Bahrain und Zypern – Länder, die teils seit Jahrzehnten zerstritten sind – einen Teilchenbeschleuniger nach dem Vorbild des Genfer CERN errichten.

Nach über 20 Jahren und einigen Rückschlägen wird das visionäre Projekt nun Realität: Nördlich der jordanischen Hauptstadt Amman, unweit der Grenze zu Israel und dem Westjordanland, wird «Sesam», der erste Teilchenbeschleuniger des Nahen Ostens, heute eröffnet.

Ursprünglichen Post anzeigen 36 weitere Wörter

Advertisements